Balic-Erbe Filip Mirkulovski: "Ich weiß, was von mir erwartet wird"

Es ist ein schweres Erbe, das Filip Mirkulovski bei der HSG Wetzlar antritt: Der 31 Jahre alte Mazedonier soll in die Fußstapfen von Ivano Balic treten. Der geniale Kroate, der das Spiel der HSG in der vergangenen Spielzeit prägte, beendete zum Saisonende seine Karriere und die Mittelhessen lotsen Mirkulovski von der TSC Hannover-Burgdorf als Nachfolger zu den Grün-Weißen. Während Trainer Kai Wandschneider von seinem Neuzugang schwärmt, freut sich der 31-Jährige auf seine Aufgabe. 

Beim Internationalen Heide-Cup führte Filip Mirkulovski die HSG auf den zweiten Platz. Fünf Tore erzielte der Spielmacher in den drei Partien und übernahm an dem Wochenende bereits über weite Strecken die Regie. Die Mittelhessen präsentierten sich gut, Trainer Kai Wandschneider lobte, man habe „einige Schritte nach vorne“ gemacht. Auch von der Finalniederlage gegen den SC DHfK Leipzig wollte Mirkulovski sich nicht entmutigen lassen: „Wir haben das Finale zwar unglücklich verloren, aber jetzt werden wir in die Saison starten und besser und besser werden“, erklärte der 31-Jährige optimistisch. 

Gemeinsam mit Nikolai Weber wechselte Mirkulovski von der TSV Hannover-Burgdorf nach Mittelhessen. „In Wetzlar gefällt es mir, die Atmosphäre im Team ist sehr gut“, freut sich der Mazedonier über die gelungene Ankunft in Wetzlar. Auch Trainer Kai Wandschneider zeigte sich glücklich: „Es weiß genau, was er macht und ist auf dem Feld absolut klar im Kopf“, lobte der erfahrene Coach. „Er ist ein toller Spieler und ich bin sehr froh, dass wir ihn zu uns lotsen konnten.“ 


Vergleiche mit Ivano Balic will Wandschneider nicht ziehen. „Wir müssen unseren Blick nach vorne richten“, erklärte Wandschneider. „Natürlich war Ivano Herz, Seele und Kopf der Mannschaft und hat das Spiel dominiert, aber nun müssen wir das über mannschaftliche Geschlossenheit kompensieren.“ Für Mirkulovski ist die Erinnerung an seinen prägenden Vorgänger indes keine Belastung: „Das Erbe ist eine Ehre. Ivano war einer der besten Handballspieler, die es gab“, so der Mazedonier. Er verspricht: „Es ist schwer, ihn zu ersetzen, aber ich werde mein Bestes tun.“ 

Dabei hofft Mirkulovski auf die Unterstützung seiner Mannschaftskameraden: „Wir hoffe, dass sie mir helfen, das beste für das Team zu geben“, verweist er auf die Bedeutung des Kollektivs. Er ist überzeugt, dass dies gelingen wird: „Wir haben einen guten Teamgeist“, beschreibt Mirkulovski seine Eindrücke. „Es herrscht eine gute Stimmung. Wir werden in den nächsten Monaten auch auf dem Feld zusammen noch besser und besser werden.“ Noch verständigt sich der Regisseur auf Englisch mit seinen Mitspielern und Trainer Wandschneider. „Ich möchte aber deutsch lernen“, betont Mirkulovski. „Ich habe auch schon Unterricht und werde hoffentlich in drei oder vier Monaten deutsch sprechen können.“ 

Die HSG Wetzlar ist die zweite Bundesligastation von Mirkulovski. Er begann mit 13 Jahren in seiner Heimatstadt bei Makedonia Skopje mit dem Handball, wo er auch erste Erfahrungen als Profi sammelte. Von 2003 bis 2015 lief er für RK Metalurg Skopje auf und führte den Verein als Kapitän mehrfach zur Landesmeisterschaft und dem Pokalsieg. Nach dem Erreichen des Champions-League-Viertelfinales in der Champions League wechselte er zur TSV Hannover-Burgdorf. Der 31-jährige nahm mit Mazedonien bisher an drei Welt- und zwei Europameisterschaften teil. 

In der Bundesliga spielen zu dürfen, ist für ihn eine Ehre: „Es ist die beste Liga Europas“, erklärt Mirkulovski kurz und bündig. „Ich war in Hannover und weiß, was mich erwartet und was in der Bundesliga von mir erwartet wird.“ Der Spielmacher hat mit Wetzlar große Ziele: „Ich denke, dass wir dieses Jahr ein gutes Team haben“, ist er sich sicher. „Wir können im Mittelfeld stehen, aber wir haben auch größere Ziele für diese Saison: Platz sechs oder sieben vielleicht. Vielleicht können wir das erreichen.“ 

Inzwischen ist der Mazedonier auch nicht mehr allein in Wetzlar, seine Familie kam am Dienstag nach. „Ich bin sehr froh darüber“, unterstreicht der Familienvater. Auch im Team fühlt er sich abseits des Feldes wohl: „Ich habe schon einige Freunde im Team“, freut sich der Spielmacher. Mit Vladan Lipovina und Torwart Weber spielte er bereits zusammen. „Er ist ein richtig guter Kerl“, sagt Mirkulovski über den Keeper. Gemeinsam soll in der kommenden Saison an die Erfolgsgeschichte angeknüpft werden: „Es ist eine sehr harte Liga, aber wir sind ein gutes Team“, sagt der Spielmacher und verspricht den Fans: „Wir kämpfen dafür, jede Mannschaft zu schlagen.“



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